Pieps Stellungnahme

 
Unter
www.bergrettung.at wurde Anfang Januar folgender Bericht veröffentlicht:
“Verschütteten-Suchgeräte des Typs Pieps DSP und Motorola GP340-Funkgeräte vertragen sich nicht. Es kann sein, dass sich das LVS-Gerät ungewollt aus- oder umschaltet!” Dieser wichtige Hinweis kommt von Ing. Ferdinand Alber, Einsatzleiter der Lawinenwarnkommission im Skigebiet St. Anton sowie Mitglied der Bergrettung St. Anton. Er wolle Einsatzkräfte, Seilbahnbetreiber und Wintersportler dringend warnen, sagt Alber.

bergretter

Heute erreichte uns ein interessanter Bericht vom Geschäftsführer von Ing. Michael Schober, dem Geschäftsführer der Pieps GmbH. Nachfolgend die ungekürzte Stellungnahme von Hrn. Schober der eins klar macht: Das Handy gehört auf Tour ausgeschaltet!

Stellungnahme zur Veröffentlichung auf
www.bergrettung.at

“Pieps DSP & Motorola GP340-Funk vertragen sich nicht”

Nicht nur als Geschäftsführer der PIEPS GmbH sondern vielmehr als Ingenieur der Nachrichtentechnik und Elektronik möcht ich zu diesen Vorwürfen – in der Sache durchaus ein wichtiges Thema – wie folgt Stellung nehmen.

In den letzten Jahren wurde die Performance von LVS-Geräten durch die Hersteller maßgeblich weiterentwickelt –z.B. die Richtungsanzeige des Trackers oder die Dritte-PIEPS-Antenne. Immer näher wurde die Performance an die physikalischen Grenzen herangeführt um vor allem auch Profi-Rettern bessere Werkzeuge in die Hand zugeben.

Doch alle LVS-Geräte – auch die Vorgängergenerationen der Analoggeräte – haben eines gemeinsam:

Sie sind hochempfindliche Geräte, die magnetischen Feldlinien in einem Dynamik-Bereich von 1:100.000 (50m entspricht ca. 1/Hunterdtausendstel der Feldstärke von 1m !!) empfangen.  

ALLE diese Geräte sind von Natur aus extrem empfindlich gegen elektrische und magnetische Störquellen.

Wenn z.B. eine Ferrit-Antenne dem Feld eines Magneten ausgesetzt wird (Lautsprecher eines Funkgerätes in unmittelbarer Nähe), so wird die Eigenschaft des Ferritmaterials für einige Minuten (bis zu einer ¼ Stunde) durch den sog. Remanenz-Magnetismus verändert – was sich je nach Art und Intensität der Einflussnahme wenig bis dramatisch beim LVS auswirken kann (man beachte, dass mittlerweile manche Hersteller einen Magnetkompass in die Suche integriert haben!).

Weiters ist zu erwähnen, dass es kaum andere Produktbereiche gibt, wo geltende Normen derartig eng gesetzt sind, wie bei den LVS-Geräten. Man muss sich nur vor Augen führen, dass z.B. die höchst zulässige Sendeleistung eines LVS-Gerätes dem maximal erlaubten Störpegeln anderer Produkte liegt. Speziell der Funk- bzw. Mobil-Telefonie sind hierbei kaum Grenzen gesetzt (es kennt ja jeder das Krachen und Bildschirmflimmern wenn das Handy bimmelt). Auch spezielle Vorschriften zum Thema Mechanik (ein LVS muss 6 Würfe von 1m auf harten Untergrund überstehen und danach wasserdicht und voll funktionsfähig bleiben) sind bei den LVS-Geräten einzigartig. Aus diesem Grund haben mehrere Hersteller Magnetkontakte im Bereich der Ein-/Empfangs-/Sende-Umschaltung im Einsatz. Diese können durch einen Magneten u.U. betätigt werden!

Außerdem wurde diese Thematik auch im Zuge der auf den Markt drängenden Bekleidungen mit „Magnetverschlüssen” bereits vor zwei Jahren diskutiert und publiziert (Olaf Perwitzschky / Alpin-Magazin)!

Die Art und Weise wie diese Veröffentlichung dargestellt wurde ist mit Verlaub eine Ungeheuerlichkeit! Mit dem Umstand, das Problem – es ist ja unwidersprochen wirklich ein wichtiges Thema – einzig und alleine auf den PIEPS-DSP umzulegen ist ja Zeugnis genug für die Unwissenheit und fehlende Objektivität des Artikelverfassers. Einzig Peter Veiders zitierter Aussage, „Es sei keine Schlechte Idee, hierzu auch anderen Produktkombinationen untersuchen” kann ich mich hierzu vollinhaltlich anschließen.

Aus diesem Grund organisieren wir derzeit eine repräsentative Anzahl und Auswahl von Funkgeräten verschiedener Hersteller (hauptsächlich jene, die bei den Bergrettungen im Umlauf sind) um eine objektive Aussage zu den verschiedenen Funkgeräten und deren negative Einflussname mittels einer professionellen Studie zu belegen.

(Ende des Briefs, Anm. www.snowout.de)

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