Ende Januar machte sich eine kleine Bergzeit-Delegation auf an den Arlberg. Die Firma Scott hatte zum jährlichen Skitest eingeladen, bei dem die neuen Modelle für die Saison 2010/11 vorgestellt werden. Unsere Eindrücke wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.
Was kommt Neues? Was bleibt?
Die bewährte Palette von Scott bleibt im Wesentlichen bestehen. Das heißt, dass wir uns auch im kommenden Winter an Skiern wie dem Aztec, Crusade, Mission und Neo erfreuen dürfen. Die Designs wurden alle neu aufgesetzt und so liegt die Messlatte einmal mehr recht hoch an: die Skier machen rein optisch echt was her und lassen auch von der Qualität her keine Fragen offen.
Neu im Winter 2010/11 wird die Erweiterung der Crusair-Serie sein. Der gewichtsoptimierte Tourenski, der diesen Winter neu herauskam, erhält Verstärkung. An seinen Seiten finden sich zwei neue Modelle: der Xplor’Air, der mit einer Taille von 80mm in der Klasse von Dynafit Seven Summit, Völkl Mauja und K2 Shuksan einzuordnen ist und der deutlich breitere Powd’Air, der mit einer 100mm Taille eine echte Bereicherung unter den Touren-Freeride-Skiern darstellt. Insofern kann man 2010/11 durch die Modelle Xplor’Air, Crusair und Powd’Air je nach persönlicher Vorliebe seine Skiwahl treffen, da die Abstufung der drei Modell für jeden etwas zu bieten hat. Der Xplor’Air als klassischer, gewichtsoptimierter Tourenski, der Crusair als Allrounder, der auch bei sattem Tiefschnee funktioniert und der Powd’Air für all jene, die aus eigener Kraft aufsteigen wollen um danach auf dem Weg ins Tal richtig Gas zu geben. Bei allen drei Skiern setzt Scott auf eine aufwändige Sandwich-Holz-Bauweise mit einem 3D Carbon-Chassis, was Vorteile beim Gewicht bringt ohne dem Ski Stabilität und Torsionssteifigkeit zu nehmen.
Das genaue Gegenteil bei den Neuheiten stellen zwei Freeride/Freestyle Skier dar, bei denen weniger das Eigengewicht im Vordergrund stand, als die Fahrperformance. Wir dürfen vorstellen: Dozer und Mega Dozer. Und jetzt zu den Fakten – Twin Tip und Twin Rocker um locker auch switch unterwegs zu sein und für satten Auftrieb. Der Scott-typische Dual Radius ermöglicht schnelle und weite oder auch enge und geschnittene Schwünge. Das Geniale an den Dozer-Brüdern ist die ziemlich gerade verlaufende Taillierung um die Skimitte, die auf hartem Untergrund richtig greift und für Laufruhe sorgt. Kombiniert aber mit dem Rocker-Shape lassen sich Dozer und Mega Dozer dennoch leicht drehen ohne träge zu wirken, was bei einem Ski mit 141mm Schaufel und 119mm unter der Bindung keine Selbstverständlichkeit ist. Die Dozer’s werden all jene erfreuen, die einen leicht zu beherrschenden Ski suchen, der allerdings weder vor hüfttiefem Powder und hohen Geschwindigkeiten, noch vor eisigen Pisten zurückschreckt.
Unsere Eindrücke von den Skiern, was man vielleicht schon etwas raushört, waren mehr als positiv. Zu erwähnen ist die Tatsache, dass Scott beim Aufbau der Skier keine faulen Kompromisse zu Gunsten des Eigengewichts eingeht. Selbst ein Xplor’Air hat uns auf harter, eisiger Piste, die es auf dem Weg ins Tourengebiet erst zu befahren galt, voll überzeugt. Der Powd’Air brachte ein fettes Grinsen im Gelände und war auch auf der Piste leicht zu fahren, was man nicht von jedem Ski mit einer 100er-Taille behaupten kann. Die Dozer’s haben alles Zeug Kultstatus zu erlangen. Spielerisch leicht auf der Piste mit einem guten Geradeauslauf und, wie der Name schon sagt, richtige Maschinen im Gelände. Zerfahrenes Gelände macht mit den Dozer-Brüdern fast noch mal genau soviel Spaß wie jungfräulicher Pulverschnee. Wer sich also bisher noch nicht mit dem Thema Rocker-Aufbau auseinandergesetzt hat, der sollte selbiges tun, da neben dem besseren Auftrieb auch das Fahrverhalten und die Drehfreudigkeit positiv beeinflusst wird.
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