LVS Geräte 2010/ 11

 
Übersicht LVS Geräte Winter 2010/11

Für den Winter 2010/11 stehen am Markt 13 LVS Geräte zur Verfügung. Der folgende Beitrag soll daher etwas Licht ins Dunkel dieses Technikdschungels bringen und bei der Auswahl des richtigen LVS-Geräts helfen. Die alphabetische Reihenfolge startet bei A wie Arva und endet bei P wie Pieps.

Arva
Der französische Hersteller Arva hält diesen Winter drei LVS-Geräte vor – das Link, das 3Axes und das Evolution LVS-Gerät.

Arva Link LVS

Arva Link LVS-Gerät
Das Link ist das Topgerät von Arva und steht den Premium-LVS-Geräten anderer Hersteller von der Technik her in nichts nach. Besonders hervorzuheben ist die handliche Größe des LVS-Gerätes und eine vom Hersteller angebene Erstempfangsreichweite von 80m, was beachtlich ist. Das Link LVS-Gerät kann schwierige Mehrfachverschüttungen lösen bzw. die Signale voneinander unterscheiden. Als zweites LVS-Gerät am Markt kann es die Vitaldaten, die bisher nur das Pulse LVS-Gerät von Barryvox erfasst, ebenfalls erfassen bzw. senden. Das Link LVS-Gerät verfügt über einen digitalen und analogen Modus. Was bisher allerdings ungewiss ist, ist das genaue Auslieferungsdatum. Es bleibt also abzuwarten ob es die Franzosen diesen Winter schaffen werden, da es bereits der zweite Anlauf ist, das Arva Link LVS-Gerät auf den Markt zu bringen.

Arva 3Axes LVS-Gerät
Wie der Name schon sagt, verfügt das LVS-Gerät über drei Antennen und kann im analogen oder im digitalen Modus betrieben werden. Der analoge Modus dürfte allerdings den geübten Rettern vorbehalten bleiben bzw. erfordert fundierte Kenntnisse und Training mit dem LVS-Gerät. 60m Erstempfangsreichweite und eine übersichtliche Bedienung machen das 3Axes zu einem soliden LVS Gerät, auf das man sich verlassen kann. Mehrfachverschüttungen kann es durch eine kurzfristige Unterdrückung eines Signals halbwegs leicht lösen und zeigt an ob man mit zwei oder mehreren Verschütteten zu rechnen hat.

Arva Evolution (Evo3)
Das vermeintlich einfachste LVS-Gerät von Arva verfügt ebenfalls über drei Antennen, arbeitet aber im Gegensatz zum 3Axes nur digital. Die Signalverarbeitung erfolgt schnell, wenn auch etwas langsamer als beim 3Axes. Die kurzfristige Signalunterdrückung bei Mehrfachverschüttungen funktioniert auch beim Evolution LVS-Gerät. Ebenso wird auf dem Display angezeigt, ob man es mit einer Mehrfachverschüttung zu tun hat. Mit dem Evolution erhält man recht viel Gerät für einen moderaten Betrag.

Mammut Pulse Barryvox
Die Eidgenossen bleiben bei ihrer Ein-Geräte-Strategie und haben somit auch 2010/11 das Barryvox Pulse LVS-Gerät auf dem Markt. Seit dem letztjährigen Software-Update hat das ohnehin hervorragende LVS-Gerät durch seine vereinfachte Benutzeroberfläche noch mehr Freunde gewonnen und zählt daher zu den Topgeräten am Markt. Mehrfachverschüttungen lassen sich einfach lösen. Die Reichweite im digitalen Modus liegt bei 60m (analog sogar 90m) und die Signale werden sehr zügig verarbeitet. Das Pulse LVS-Gerät bietet zwei Benutzeroberflächen – eine für professionelle Anwender wie Rettungskräfte und eine vereinfachte für den Hobbysportler.

BCA
Die Entwickler von BCA konnten letzten Winter endlich das Tracker2 LVS-Gerät auf den Markt bringen. Bis das LVS-Gerät dann allerdings über den großen Teich rübergekommen war, war der Winter schon wieder fast vorbei. Diesen Winter wirft BCA also das Tracker und das Tracker2 von Anfang an ins Rennen.

BCA Tracker LVS-Gerät
Das BCA Tracker LVS-Gerät lebt nach wie vor von seinem Ruf nahezu unzerstörbar zu sein und eine extrem schnelle Signalverarbeitung zu haben. Nicht umsonst wurde er daher vom Deutschen Berg- und Skiführerverband empfohlen. Das Tracker verfügt über 2 Antennen und eine vereinfachte Richtungsanzeige inkl. Distanzangabe.

BCA Tracker2 LVS-Gerät
Im Gegensatz dazu ist das BCA Tracker2 LVS-Gerät mit drei Antennen ausgestattet und arbeitet noch schneller (man mag es kaum glauben) als das Tracker. Durch die dritte Antenne ist ebenfalls das Problem von mehreren Maxima bei der Feinsuche nahezu eliminiert. Beide LVS-Geräte zeigen Mehrfachverschüttungen an und haben eine Funktion, die bei Mehrfachverschüttungen helfen soll, die Lage der einzelnen Verschütteten schneller zu ermitteln. Eine Signaltrennung, wie bei anderen 3-Antennen Geräten ist allerdings nicht möglich.

Ortovox
Die Crew von Ortovox mit Sitz in Taufkirchen bei München hat diesen Winter ganze vier LVS-Modelle auf dem Markt: das S1, das neue 3+, den Patroller digital und das F1 LVS-Gerät.

Ortovox S1 LVS-Gerät
Das Ortovox S1 LVS-Gerät verfügt neben dem Barryvox Pulse über die am weitesten entwickelte Technik, was die Signaltrennung bei Mehrfachverschüttungen angeht und was die allgemeine Empfangsleistung angeht. Gegenüber allen anderen LVS-Geräten am Markt verfügt das S1 über eine Scanfunktion, so dass die ermittlete Lage aller Verschütteten direkt auf dem Display angezeigt wird. Das S1 LVS-Gerät verfügt natürlich über drei Antennen und lässt sich leicht und intuitiv bedienen. Für den Winter 2010/11 gibt es außerdem ein neues, kostenloses Software-Update, was die Bedienung einfacher machen und mögliche Fehlanwendungen verhindern soll.

Ortovox 3+

Ortovox 3+ LVS-Gerät
Das neue LVS-Gerät von Ortovox verfügt über drei Antennen, kann Mehrfachverschüttungen erkennen und lösen und liegt von der Reichweite und Empfangsleistung etwas hinter dem S1 LVS-Gerät. Der eigentliche Clou an dem 3+ verbirgt sich hinter dem Begriff „Smart Antenna“ – durch einen eingebauten Lagesensor ermittelt das 3+ welche Antenne im Falle einer Verschüttung zum besten Sucherfolg führt (Stichwort Koppellage) und sendet die Signale dann ausschließlich über diese Antenne. Der Gedanke dahinter ist einfach der, dass der Sucherfolg somit verbessert werden soll. Eine innovative Idee, die das Thema LVS-Suche von der Verschütteten-Seite aus aufgreift und am LVS-Markt für neue Bewegung sorgt.

Ortovox Patroller digital LVS-Gerät
Das einfachste 3-Antennengerät von Ortovox arbeitet ausschließlich digital und kann Mehrfachverschüttungen erkennen, aber nicht lösen. Hier wäre also die klassische 3-Kreis-Methode gefragt. 40m Erstempfangsreichweite liegen im soliden Mittelmaß. Mit einem Preispunkt unter 200,- € stellt das Patroller LVS-Gerät vor allem eine interessante Alternative im unteren Preissegment dar ohne aus technischer Sicht faule Kompromisse einzugehen.

Ortovox F1 LVS-Gerät
Die blaue Eminenz am LVS-Markt. Das F1 LVS-Gerät arbeitet rein analog und verzichtet daher auch auf ein LCD-Display. 80m maximale Reichweite sprechen allerdings für sich. Das F1 LVS-Gerät erfordert viel Training im Umgang und weitreichende Kenntniss der Materie, so dass es vor allem von Rettungskräften und sonstigen Spezialisten eingesetzt wird.

Pieps
Neben dem Klassiker Pieps DSP LVS-Gerät und dem minimalistischen Freeride LVS-Gerät hat Pieps für diesen Winter das Vector LVS-Gerät als neues Highend-Gerät angekündigt. Als nützliches Zubehör kommt außerdem der Backup Transmitter auf den Markt, der das Risiko bei einer Nachlawine nicht gefunden zu werden ausschließt.

Pieps Vector LVS-Gerät
Ob es das Vector LVS-Gerät diesen Winter auf den Markt schafft ist äußerst zweifelhaft. Wir konnten daher auch leider noch keinen Prototyp testen. Was das Vector LVS-Gerät von allen anderen Geräten abhebt ist die Tatsache, dass sich das Vector LVS-Gerät einer vierten Antenne bedient und über eine GPS-Unterstützung verfügt. Die Reichweite soll kreisförmig bei Sage und Schreibe 80m liegen und die Schnelligkeit der Datenverarbeitung soll ebenso neue Maßstäbe setzen. Das Vector arbeitet als einzigstes LVS-Gerät am Markt mit aufladbaren LI-Ionen Akkus, was die Umwelt und den Geldbeutel schont. Letzterer wird bei einem Verkaufspreis von 500,-€ nämlich schon genug belastet.

Pieps DSP LVS-Gerät
Das DSP LVS-Gerät setzte vor Jahren den Standard unter den 3-Antennen LVS-Geräten, die Mehrfachverschüttungen lösen können. Auch heute besticht es noch durch sein einfaches Handling und seine üppige Reichweite, welche ihm einen Platz in der obersten Rige der LVS-Geräte neben Barryvox Pulse und Ortovox S1 sichern.

Pieps Freeride LVS-Gerät
Das Freeride ist ein Ein-Antennen-Gerät, welches eingehende Signale digital verarbeitet und aufbereitet. Einfache Suchszenarien lassen sich gut lösen, allerdings birgt die Ein-Antennen-Technik die Gefahr von mehreren Maxima. Imposant ist das handliche Design und der Preis des LVS-Gerätes.

Pieps Backup Transmitter

Pieps Backup Transmitter

Pieps Backup Transmitter
Dieses Gerät ersetzt kein LVS Gerät sondern dient lediglich als Absicherung des Suchenden um im Falle einer Nachlawine gefunden zu werden. Der Transmitter erkennt ob der Suchende sich in Bewegung befindet und ob ein LVS Gerät in unmittelbarer Nähe sendet. Sollte dies nicht der Fall sein, sendet er in der LVS-Frequenz von 457 kHz und kann dadurch von jedem LVS-Gerät gefunden werden.

Fazit
Letztendlich geht es um ihre Sicherheit und daher empfielt es sich nicht an dieser Stelle zu sparen. Das heißt nicht, dass die billigsten Geräte schlecht seien, allerdings bieten z.B. die 3-Antennen, die es bereits ab rund 200,- € gibt, einfach einen deutlichen Sicherheitszugewinn und schließen mögliche Fehlinterpretationen weitestgehend aus. Das Thema Mehrfachverschüttung wird oftmals als Verkaufsargument angeführt, obwohl die Statistik zeigt, dass Mehrfachverschüttungen die absolute Ausnahme sind. Zumindest kann und muss man festhalten, dass das Risiko besteht. Viel wichtiger sind im Ernstfall eine einfache Benutzeroberfläche und eine intuitive Führung. Diese sind beim Ortovox S1, beim Pieps DSP oder beim Pulse so ausgeklügelt, dass sie den Suchenden optimal unterstützen und ihr Geld einfach wert sind. Unerlässlich ist und bleibt natürlich das Üben um im Fall der Fälle gewappnet zu sein.

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8 Antworten zu LVS Geräte 2010/ 11

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  7. Katherinsche sagt:

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