Test: Zuschnittfelle Black Diamond Glidelite Mohair Mix STS

April 16, 2013

Das  Black Diamond Glidelite Mohair Mix STS in den Händen zu halten, macht Freude. Man geht sofort in die Werkstatt, um die in edlem Anthrazit gehaltenen Streifen zuzuschneiden und anzupassen. Aber bitte erst die ausführliche und bebilderte Anleitung lesen! Die Vorgänge werden klar beschrieben und die Zeichnungen erklären die Handhabung eindeutig.

Alles beginnt mit dem Montieren

Zuschnitt der Black Diamond Glidelite Mohair Mix STS mit einer Hakenklinge.

Zuschnitt der Black Diamond Glidelite Mohair Mix STS mit einer Hakenklinge.

Ich gehe Schritt für Schritt vor und zögere bei der Messer-Auswahl: Ist das beigefügte Einfachmesser geeignet? Der Test an einem alten Fell ergibt: Die Klinge liegt nicht sauber an der Skikante an und franst das Fell beim Schneiden aus! Ich probiere ein Kartonmesser mit gerader Klinge und eines mit Hakenklinge. Die Hakenklinge schneidet das Fell am besten. Noch glatter wird der Schnitt mit einer neuen scharfen Klinge!

Dann passiert mir der erste und einzige Fehler: Ich klebe das Fell statt mittig, an der Kante auf den Ski und schneide. Als ich die Gegenseite beschneiden will, stelle ich fest: Der Abdeckstreifen ist nicht in der Mitte. Also aufgepasst: Immer das Fell so auf den Ski kleben, dass es auf beiden Seiten gleichmäßig übersteht. Das Kürzen der Felle und das Montieren des Spitzenbügels bereiten keine Probleme.

Das Anlegen der Steigfelle

Bittere Kälte, -20°C an der Bieler Höhe in der Sivretta auf 2.000 Meter Höhe. Werden die Black Diamond halten? Wie üblich hänge ich den Spitzenbügel ein, drücke das Fell Stück für Stück in Richtung  Ski-Ende an und klipse den STS-Clip über das Ski-Ende. Passt! 1.300 Höhenmeter auf die Schneeglocke liegen vor uns. Ergebnis: Die Felle kleben bis zum Gipfel einwandfrei. Und sie kleben auch auf allen weiteren Skitouren dieser Touren-Woche. Selbst bei mehrfachem An- und Ablegen während einer Tour hat sich kein Glidelite-Fell vom Ski gelöst, auch nicht an kleinen Stellen. Die Fixierungen an beiden Enden meiner 110 Millimeter breiten Ski halten einwandfrei.

Wie verhält sich das Glidelite Mohair Mix STS beim Aufstieg?

Zum Litzner Sattel: Der Aufstieg im 30-35° steilen Verhupf-Täli. Eine Spitzkehre nach der anderen. Ich spüre kein Zurückrutschen, habe sicheren Griff im Schnee. Nur in ungespurtem, lockeren Pulverschnee kommen die Steigfelle an ihre Grenzen. Da versagt aber jedes Fell seinen Dienst, weil der instabile Locker-Schnee in sich nicht haftet. Da helfen nur die Harsch-Eisen.

Black Diamond Glidelite Mohair Mix STS im Test

Black Diamond Glidelite Mohair Mix STS im Test

Als mittags die Sonne den Schnee erwärmt, bilden sich an den Glidelite Mohair Fellen keine Stollen  – im Gegensatz zu den Fellen meiner Begleiter. Allerdings sprühe ich meine Felle vor der Tour immer mit einem Silikonmittel ein. So kann man die Gedanken an die Felle vergessen bis zum Abziehen. Auch das klappt einwandfrei. Allerdings folge ich nicht der Empfehlung, die Trennfolie aufzuteilen, sondern gehe so vor:

Hintere Fellhälfte vom Ski abziehen >

Mit dem Abziehen beginnt man in der Regel am hinteren Ende des Tourenskis.

Mit dem Abziehen beginnt man in der Regel am hinteren Ende des Tourenskis.

Trennfolie  draufdrücken >

Auf dem harten Ski lässt sich die Folie sehr leicht andrücken.

Auf dem harten Ski lässt sich die Folie sehr leicht andrücken.

Fell ganz vom Ski abziehen > restliche Trennfolie aufdrücken > zweites Fell zur Hälfte vom Ski abziehen > auf die Rückseite der Trennfolie aufdrücken > zweites Fell ganz vom Ski lösen und auf die Trennfolie aufdrücken. Das klappt auch bei Wind!

So klappt das Felle-Abziehen auch bei Wind.

So klappt das Felle-Abziehen auch bei Wind.

Mein Fazit zu den Glidelite Mohair Mix STS-Fellen von Black Diamond

Das Glidelite Mohair Mix STS von Black Diamond hat sich im Februar/März 2013 auf ca. 15 Touren bei Pulverschnee, bei Harsch und auch bei Firn bewährt. Während eines Aufstieges war nie eine Unterbrechung durch Fellprobleme notwendig. Keine Erfahrung machte ich bisher bei extrem nassem Schnee und mehrmaligem An- und Ablegen.

Testbericht und Fotos von: Gerhard Spengler


Test Icebreaker GT200

Februar 6, 2010

Icebreaker GT 200 Sprint

 
“Merino meets Lycra” lautet die Devise bei der neuen Icebreaker GT Technical Base Layer.

Vor wenigen Tagen landete ein Testshirt der Fa. Icebreaker auf meinem Schreibtisch. Überrascht war ich als erstes von der Optik. Würde man das Icebreaker Label entfernen, würde man eher auf ein sportliches Shirt von Odlo, X-Bionic oder Craft tippen. Eng geschnitten, mit sportlicher roter Flachnaht kommt das Testshirt recht sportlich daher.

Dem entsprechend positiv viel auch der Test zur Paßform aus. Sind normalerweise die Shirts von Icebreaker recht locker geschnitten, punktete das Sprint Shirt aus der neuen GT Linie durch einen perfekt, eng anliegenden Schnitt ohne wie die Funktionsunterwäsche von Falke einem das Gefühl von Kompression und Eingeengtheit zu geben. Erreicht wird dieser perfekte Sitz durch die Kombination aus Icebreaker Merino Wolle und Lycra. Dadurch erhält das Shirt einen ausreichend großen Stretch.

Daumenschlaufen verhindern dass die Ärmel bei Bewegung hochrutschen. Angenehm auch der lange Schnitt des Shirts der weit über die Nieren nach unten geht.

Als es dann Ende Januar zum Arc’teryx Test- und Freeride Workshop nach St. Anton ging wurde das Shirt mit in die Tasche gepackt. Die Bedingungen waren ideal und deshalb wollten wir diverse neue Produkte bei der langen Freeride Abfahrt vom Valluga Gipfel hinab nach Lech testen. Da der Wetterbericht minus 18 Grad (bei Windstille) und unter minus 25 Grad bei Wind für den Gipfelbereich gemeldet hatte, packte ich in diverse Schichten. Liebern schwitzen bei der Abfahrt als Frieren, durch das erforderliche Stopp-und-Go durch eine große Gruppengroße und die Gewissenhaftigkeit der Guides die im oberen Steilgelände jeden nur einzeln in die Hänge einfahren lassen.

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